Wie ein Professor mit Lego das Subtrahieren lernte
Soll ein Produkt verbessert werden, wird meist eine Funktion hinzugefügt. So funktionieren wir.  Dass etwas durch Wegnehmen einen Mehrwert erhalten kann, ist uns hingegen erstmal fremd. Wieso das so ist und wie man das ändern kann, erklärt Leidy Klotz, Autor von «Subtract», im Video-Interview mit dem GDI.

Wann immer wir einem Problem begegnen, kennt unser Instinkt nur eine Lösung: etwas hinzuzufügen. Dies zumindest sagt Leidy Klotz, Professor an der Universität von Virginia und Autor des Buches «Subtract: The Untapped Science of Less». Im Video-Interview mit dem GDI erzählt er: «Mein Sohn und ich bauten mit Lego-Bausteinen eine Brücke. Als sie nicht im Lot war, wollte ich einen weiteren Stein hinzufügen. Mein Sohn hingegen entfernte einen, um die Brücke ins Gleichgewicht zu bringen.» Ein gutes Beispiel, wie man Probleme auch mit Subtraktion lösen könne.

In einer bestimmten Provinz in Kanada wiederum müsse vor jeder Gesetzesänderung aufgezeigt werden, welche bestehenden Gesetzespassagen dadurch wegfallen sollten und könnten. Unser Grundproblem sei aber nicht zwangsläufig das Hinzufügen. Es sei oft ein guter Weg, um etwas zu verändern. «Das eigentliche Problem ist, dass wir das Verringern als Option für Wandel systematisch übersehen», so Klotz.

Zeit der Krisen: Princeton-Professor fordert «resilienten Gesellschaftsvertrag»
Klimakrise, Pandemie und Krieg. Die Welt ist voller Unsicherheiten. Doch wie begegnen wir ihnen am besten? Markus K. Brunnermeier, Professor für Ökonomie an der Princeton Universität, beschäftigt sich seit Jahren mit dieser Frage und hat seine wissenschaftlichen Resultate nun in einem Buch veröffentlicht.