Wie die Termiten: Die Zukunft dezentraler Kooperation
Wie sieht die Welt aus, wenn die Blockchain alle zentralen Institutionen überflüssig macht? Hoffentlich menschlich, sagt Primavera De Filippi im «GDI Impuls». Die «Chef-Alchimistin» des israelischen Start-ups Backfeed setzt hierfür auf eine Infrastruktur der dezentralen Kooperation.
Dies ist ein Auszug eines Artikels aus der Ausgabe 2.16 des Wissensmagazins «GDI Impuls».



Frau De Filippi, in der Formel «Was für das Internet die Kommunikation war, ist für Blockchain – X» ersetzen die meisten Menschen aus der Blockchain-Szene X mit «Transaktion». Aber für Sie ist dieses X «Kooperation». Was nicht wirklich das Gleiche ist. Sind Sie auf einem anderen Weg unterwegs als der Rest der Blockchainer?



Zumindest ein dezentrales und funktionierendes Ordnungssystem gibt es bereits. Man nennt es Markt.


Wie kann die Blockchain das ändern, die doch selbst stark marktgetrieben ist?


Aber im wirklichen Leben sind wir (und Sie) weit von dieser Möglichkeit entfernt?



... die eine Art Unternehmen sein sollen, nur ohne Menschen ...


Reputationssysteme? Wie bei Ebay, Amazon, Uber, Airbnb?


Sie wollen all diese Ubers und Airbnbs loswerden?


Wenn ich ein Manager oder ein Investor bei Uber wäre, würde ich dennoch denken, dass Sie versuchen, mich loszuwerden. Sie werden, um Ihr Ziel zu erreichen, gegen jemanden kämpfen müssen – sind Sie dazu bereit?



Und aus dieser dezentralen Ordnung sollen mehr oder weniger smarte Gesellschaftsverträge entstehen?


Gibt es dafür irgendwo ein Beispiel?


Meinen Sie, wir sollten wie Termiten werden?


Sie kontrastieren den Termitenbau mit menschlichen Gebäuden wie alten Pyramiden und modernen Hochhäusern – Strukturen, die typisch für eine hierarchische Top-down-Welt sind. Bedeutet dies, dass wir mit Blockchain und «Smart Contracts» keine Pyramiden mehr bauen können?


Primavera De Filippi



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