Überzeugen mit einfachen Entscheidungen
Wie wir Entscheidungen treffen, habe viel mit Bequemlichkeit und Ästhetik zu tun, sagt Shlomo Benartzi, Verhaltensökonom und Referent an der sechsten Academy of Behavioral Economics am GDI. In einem TED Talk erklärt er, wie sich unser Verhalten on- und offscreen unterscheidet.

2017 hat die Rate der Organspenden in der Schweiz laut Bundesamt für Gesundheit mit 17.2 Spenden pro Million Einwohner einen neuen Höchststand erreicht. Einen sehr tiefen Höchststand, denn die Schweiz belegt damit im europäischen Vergleich den drittletzten Rang nach Deutschland und Luxemburg. Woran liegt das? Vor allem am (bürokratischen) Aufwand, den man betreiben muss, um Organspender zu werden, meint der renommierte Verhaltensforscher Shlomo Benartzi. Im Umkehrschluss bedeutet das,  wenn wir alle automatisch Organspender wären, würden 99 % der Menschen keinen Aufwand betreiben, um ihre Organe nicht zu spenden. Allgemeiner formuliert: Wer andern Entscheidungen abnimmt oder sie ihnen zumindest erleichtert, überzeugt.Ein einleuchtendes Prinzip – doch kein universell gültiges. Unser Verhalten in Entscheidungssituationen unterscheidet sich zum Beispiel stark, je nachdem ob wir on- oder off-screen Entscheidungen treffen. Warum vor dem Bildschirm Ästhetik Simplizität schlägt, erklärt Shlomo Benartzi im TED Talk:

Shlomo Benartzi ist Referent an der Academy of Behavioral Economics vom 30. Januar 2019.

 

Eine Sommertour durch die Themen der Zukunft
Blockchain, Kryptowährungen oder Künstliche Intelligenz verändern die Welt nicht nur technologisch. Sie ziehen auch einen kulturellen und politischen Wandel nach sich. Das sorgt unter Zukunftsforscher für viel Diskussionsstoff. GDI-Forscher Zhan Li hat sich diesen Sommer an Zukunfts-Konferenzen umgehört und die wichtigsten Trends zusammengetragen.