So sieht die Ombudsstelle 2071 aus
Ombudsstellen sind wichtig für die Vermittlung zwischen Behörden und Bürgern. Doch wie wird dies in 50 Jahren aussehen? Wird Künstliche Intelligenz vermehrt zum Einsatz kommen? Werden Entscheide fair sein? In diesem Beitrag von Karin Frick, Forschungsleiterin des GDI, finden Sie einen Ausblick.

Der nachfolgende Text basiert auf einem Auszug aus einem GDI-Beitrag für die Jubiläumspublikation «Im Dienste des Rechts: Zwischenhalt nach einem halben Jahrhundert Ombudsarbeit» der Ombudsstelle der Stadt Zürich.

Wenn wir eine Zeitmaschine hätten, um ins Jahr 2071 zu reisen und von dort fünf Jahrzehnte zurück zu schauen, so würden wir vermutlich feststellen, dass vieles, was für die Menschen dannzumal normal sein wird, 2021 noch nicht erfunden und unvorstellbar war. Denn die Zukunft wir beeinflusst von vielen Dingen, die wir noch nicht kennen und von denen wir auch nicht wissen, dass wir sie nicht kennen. Das macht sie unberechenbar. Neben diesen «unknown unknowns» hängt die Zukunft aber auch wesentlich von den sozialen und technischen Entwicklungen der Vergangenheit ab. Menschen und Gesellschaften ändern sich nicht über Nacht, der Wandel von Werten verläuft langsam. So dauerte es eine Generation, bis die Gleichberechtigung von Frauen oder die gleichgeschlechtliche Ehe von der breiten Bevölkerung akzeptiert wurde.

Verglichen mit dem gesellschaftlichen Wandel verläuft die technische Entwicklung rasant. Zwischen den Generationen X und Y liegen rund 15 Jahre, zwischen zwei Generationen von Smart Phones nur noch ein bis zwei. Wer schneller ist, besitzt einen Vorteil. Neue Technologien geben immer mehr den Takt vor und definieren die Spielregeln, an die sich die Gesellschaft über kurz oder lang anpasst. So hat zum Beispiel das iPhone, das 2007 auf den Markt kam, die Art und Weise, wie wir kommunizieren, uns informieren, einkaufen und reisen, weit stärker verändert, als dies mit tausenden von Ausbildungsstunden je möglich gewesen wäre.

Wie könnten sich nun neue technische Werkzeuge, insbesondere Künstliche Intelligenz (KI), auf die Arbeit von Behörden sowie die Erwartungen und das Verhalten der BürgerInnen auswirken? Ombudsfrauen und -männer von morgen dürften vor allem zwischen BürgerInnen und (Verwaltungs-)Maschinen vermitteln müssen. Dafür wird es nicht nur Menschen- und Rechtskenntnisse brauchen, sondern auch IT-Kenntnisse und besonders die Fähigkeit zu verstehen, wie eine Software zur Lösung eines Problems gelangt ist. Allerdings lassen sich selbst solche Tätigkeiten der Ombudsstellen irgendwann automatisieren. Mit einer unabhängigen Ombuds-KI könnte man zum Beispiel jeden Verwaltungsentscheid in Echtzeit überprüfen und bei kritischen Abweichungen intervenieren, bevor es zu einem Streitfall kommt. Das wäre dann eine Art «Predictive Controlling System», wie es heute bei der Wartung von Maschinen schon eingesetzt wird.

Wie sich unser Verhältnis zum Staat und zur Verwaltung verändern wird und wie die Ombudsstelle der Stadt Zürich im Jahre 2071 aussehen könnte, erfahren Sie im Beitrag, der von Karin Frick für die Jubiläumspublikation «Im Dienste des Rechts: Zwischenhalt nach einem halben Jahrhundert Ombudsarbeit» der Ombudsstelle der Stadt Zürich verfasst wurde.
 

Ombusstelle_2071_GDI_Karin Frick.pdf
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