So geht Quick Commerce im Nahen Osten
Wie gründet man ein Quick-Commerce-Startup im Libanon und im Irak, wo es Hindernisse wie fehlende Strasseninfrastruktur und Hyperinflation gibt? Wie lockt man InvestorInnen an? Tamim Khalfa hat das geschafft. In einem Interview erklärt er die Unterschiede zu anderen Märkten und wie es mit seiner Super-App «Toters» weitergeht. Jetzt lesen!

«Wir haben mit dem Libanon begonnen, weil das Land das führende Zentrum für Lebensmittel und Getränke im Nahen Osten ist», sagt Tamim Khalfa, Mitgründer von Toters, in einem Interview mit der News-Plattform «Rest of World». Das in Beirut ansässige Startup liefert Lebensmittel und andere Produkte an mehr als 2000 Partnergeschäfte, darunter Restaurants, Apotheken und eine Reihe eigener «dark stores» unter der Marke «Toters Fresh» im Libanon und Irak. Mit einer Finanzierung der Weltbank von mehr als 15 Mio. USD will Toters sein Geschäft ausbauen und in weitere Städte im Irak expandieren. In zwei vorherigen Finanzierungsrunden hatte das Unternehmen bereits über fünf Mio. USD erhalten.

Laut Khalfa besteht eine der besonderen Herausforderungen für die Tätigkeit im Libanon zum Beispiel darin, dass die Preise in Restaurants und Geschäften wegen der starken Inflation zunehmend in Dollar ausgeschrieben würden. «Die Betreiber wollen ihre Preise in US-Dollar angeben, werden aber in der Landeswährung bezahlt.» Wenn man die Preisgestaltung hier nicht gut handhabe, würden Hyperinflation und Währungsverluste das Kapital angreifen. Toters benützt darum einen Mechanismus, der die Preise automatisch anpasst sowie einen weiteren Algorithmus, um Kursverluste zu verringern.

Mit welchen weiteren Schwierigkeiten Khalfa in diesen besonderen Märkten konfrontiert ist und wie er ihnen begegnet, lesen Sie hier.

Tamim Khalfa ist Referent an der 72. Internationalen Handelstagung, die vom 8. bis 9. September 2022 am Gottlieb Duttweiler Institut stattfindet. Jetzt anmelden!

Fabiano Orelli: «Dann gelten wir halt als Bad Guys»
Warum bloss dauert es so lange, bis innovative Lebensmittel bewilligt werden? Fabiano Orelli, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Schweizerischen Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, sprach an der 2. International Food Innovation Conference des GDI . Während der Konferenz haben wir ihn zum Video-Interview getroffen. – Hier ein Auszug.