Sarah Kenderdine: «Wir wollen den Museumsbesuch für immer verändern»
Museen, Theater, Konzertsäle: Wo immer Menschen zum Kulturgenuss zusammenkamen, herrscht während der Corona-Pandemie gähnende Leere. Wie lässt sich der Museumsbesuch revolutionieren? Sarah Kenderdine, Professorin an der EPFL Lausanne, hält das Handwerkszeug für Innovationen bereit.

«Immersive Techniken geben uns beeindruckende Möglichkeiten, Narrative im digitalen Kontext neu zu erzählen. So kann die Beziehung zum Publikum wieder aufgefrischt werden», sagt Professorin Sarah Kenderdine. Sie leitet das Labor für experimentelle Museologie an der École polytechnique fédérale de Lausanne und erforscht interaktive Erlebnisse für Galerien, Bibliotheken, Archive und Museen. Kenderdine hat mit Hilfe innovativer Technologien schon chinesische Höhlenmalerei zum Leben erweckt und schützt so auch Kulturstätten, die vom Massentourismus bedroht sind.

Einen wichtigen Vorteil der digitalen Technologien findet Sarah Kenderdine, Rituale und Sportarten mit Schauspielern nachstellen zu können und so in «lebenden Archiven» immaterielles Erbe zu bewahren. Das Hongkonger KungFu-Archiv sei ein Beispiel dafür.

Die Herausforderung digitaler und immersiver Museumserlebnisse sei die Übertragung der Aura vom realen zum digitalen Objekt. Kenderdines unbescheidenes Ziel ist es dennoch, den Museumsbesuch für immer zu verändern. Wie das aussehen soll, zeigt sie hier im Video:

Am 17. Europäischen Trendtag mit dem Titel Die Zukunft der Begegnung: Wie wir uns morgen treffen werden vom 10. März 2021 wird Kenderdine experimentelle Interfaces vorstellen, die kulturelles Erbe in immersive Erlebnisse verwandeln.

Die Zukunft der Begegnung: Wie wir uns morgen treffen werden

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