Merlin Sheldrake: «Pilze erinnern uns daran, dass man kein Gehirn haben muss, um Probleme zu lösen»
Pilze sind lecker, können auch eklig sein und manche sogar parasitär. Doch sind sie wirklich intelligent? Was macht sie so wichtig? Im Videointerview hat uns Merlin Sheldrake, Autor von «Verwobenes Leben» und ein Referent der 2. International Food Innovation Conference, einen Einblick in die Welt der Pilze gegeben.

«Im Reich des Lebens bilden Pilze eine ebenso umfassende Kategorie wie Tiere oder Pflanzen. Alles irdische Leben, alles erkennbare Leben, wäre ohne Pilze nicht denkbar. Aber sie haben nicht die Aufmerksamkeit eines ganzen Königreichs erhalten», so Marlin Sheldrake, Mykologe und Autor von «Verwobenes Leben». Pilze leben die meiste Zeit ihres Lebens nicht als Pilze, sondern als verzweigte Netzwerke, die Zellen miteinander verbinden. Myzelnetzwerke sind in der Lage, dauerhafte physische Verbindungen zwischen verschiedenen Organismen zu bilden. «Sie führen uns dazu, die lebende Welt als eine Welt mit vielen miteinander verbundenen Akteuren zu betrachten», meint Sheldrake.

Ihm zufolge neigten Definitionen von Intelligenz dazu, den menschlichen Verstand in den Mittelpunkt der Untersuchungen zu stellen. Die meisten Definitionen von Intelligenz bezögen sich auf Gehirne oder Tiere mit Gehirnen: «Pilze sind intelligent, können Probleme lösen, sich an Veränderungen in ihrer Umgebung anpassen und Entscheidungen treffen. Die Art und Weise, wie sie ihr Leben gestalten, ist rätselhaft.»

 
 


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