Kritische Konsumenten wollen Purpose Convenience
Konsumentinnen fordern von Unternehmen heute eine korrekte moralische Haltung,  haben es gleichzeitig aber auch gerne bequem. Mit Purpose Convenience können Unternehmen beiden Bedürfnissen gleichermassen gerecht werden. GDI-Researcherin Christine Schäfer sprach mit der Zeitschrift «Miss Moneypenny» über den Trend.

Der nachfolgende Text basiert auf dem Auszug aus einem Beitrag in der Schweizer Zeitschrift «Miss Moneypenny».

Gesellschaftliche Bewegungen wie Fridays for Future, Black Lives Matter oder #Metoo setzen Themen, und das nicht nur in der Politik. Denn die, die sich da gegen Diskriminierung, für Klimaschutz oder Gleichberechtigung engagieren, sind auch Konsumentinnen und Konsumenten. Und zwar äusserst kritische. Ein gutes Produkt reicht ihnen nicht, sie erwarten von Unternehmen auch moralisch korrektes Verhalten. Produkte, die der Umwelt schaden oder unter schlechten Produktionsbedingungen hergestellt werden, und Unternehmen, die sich nicht gegen Diskriminierung stellen oder Frauen und Minderheiten benachteiligen, werden mit Shitstorms oder gar Boykottaufrufen gnadenlos abgestraft.

Im Gegensatz dazu können Unternehmen damit punkten, wenn sie sich proaktiv auf die «richtige» Seite schlagen und ihre Produkte von der entscheidenden Gruppe nicht nur als gut, sondern als sinnstiftend wahrgenommen werden. «Purpose meint dementsprechend, dass ein Unternehmen, ein Produkt oder eine Marke noch einen höheren Zweck verfolgt, zum Beispiel den Einsatz gegen Kinderarbeit oder für den Umweltschutz», erklärt Christine Schäfer, Trendforscherin am Gottlieb Duttweiler Institut.

Gleichzeitig aber sind nur wenige Konsumentinnen und Konsumenten bereit, auf die gewohnten Annehmlichkeiten des bequemen Konsums zu verzichten. Ein Produkt verkauft sich also auch bei der kritischen Gruppe besser, je einfacher es zu erwerben oder anzuwenden ist. Die Convenience ist somit nach wie vor ein wichtiges Kriterium bei Kaufentscheidungen.

Christine Schäfer fasst die Interessen der kritischen Konsumentinnen und Konsumenten so zusammen: «Ich konsumiere, tue dabei etwas Gutes und muss mich dafür nicht einmal gross anstrengen.» Mit Purpose Convenience können Unternehmen sowohl die moralischen Aspekte der Kaufentscheidung als auch die Bequemlichkeit der Konsumentinnen und Konsumenten befriedigen und ihnen entsprechende Angebote machen.

Lesen Sie hier den kompletten Beitrag über Purpose Convenience.

GDI-Studie Nr. 49 / 2020

Sprache: Deutsch

Format: PDF, 50 Seiten

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