Fabiano Orelli: «Dann gelten wir halt als Bad Guys»
Warum bloss dauert es so lange, bis innovative Lebensmittel bewilligt werden? Fabiano Orelli, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Schweizerischen Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, sprach an der 2. International Food Innovation Conference des GDI . Während der Konferenz haben wir ihn zum Video-Interview getroffen. – Hier ein Auszug.

GDI: Wieso ist Ihre Arbeit wichtig?

Orelli: Der Auftrag des BLV ist es, die Sicherheit der Lebensmittel zu gewährleisten und sicherzustellen, dass die KonsumentInnen nicht getäuscht werden. Deswegen braucht es auch diese Stellen, die Lebensmittel kontrollieren, sofern sie unter eine Bewilligungspflicht fallen.

Startups kritisieren, der Bewilligungsprozess daure zu lange.

Lange Prozesse sind ein Hindernis für Innovationen der Lebensmittelhersteller. Sie fürchten, dass ihr Produkt, wenn die Bewilligung da ist, nicht mehr aktuell ist. Das Problem dabei ist oft, dass die eingereichten Unterlagen nicht komplett sind. Daher versuchen wir schon im Vorfeld, AntragstellerInnen zu sensibilisieren, damit sie früh genug zu uns kommen. Im Vorfeld kann man noch handeln, während es bei einem späten Einreichen oft zu Stagnationen kommen kann.

Israel und Singapur sind schneller mit Bewilligungen. Warum?

Die EU und die Schweiz haben sehr hohe Standards bei der Lebensmittelsicherheit. Wir als BLV haben ein Mandat für die KonsumentInnen, damit sie Lebensmittel bedenkenlos konsumieren können. Wir müssen natürlich die Industrie fördern, doch wir sind vor allem für die Lebensmittelsicherheit zuständig. Und wenn wir damit als Bad Guys wahrgenommen wird, dann leben wir halt damit.

 
 


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