Ein Plan: Was die Skandinavier bei der Gesundheit besser machen
Bei Schulen, Verkehr und Gesundheit sind Norwegen, Schweden, Dänemark oder Finnland oft Vorbild. Manchmal heisst das auch, dass sie unkonventionelle Wege gehen. So etwa die Bewegung «Nordic Health 2030». Die Initiative will das nordische Gesundheitssystem revolutionieren. Wie, das zeigt Lars Münter an der GDI-Konferenz «Prävention im Umbruch».

Vertrauen, Kreativität und Innovation, Offenheit, Verantwortung – darauf setzt das präventive Gesundheitsprogramm «Nordic Health 2030». Für die Initiative taten sich 2019 30 Entscheidungsträger aus Spitälern und Gesundheitsorganisationen der nordeuropäischen Länder zusammen, um das Gesundheitssystem zu revolutionieren. In Workshops in Oslo, Helsinki, Kopenhagen und Stockholm erarbeiteten sie Massnahmen, um eine Verschiebung von der Krankenversorgung hin zu Prävention zu erreichen.

Was alle Partner der «Nordic Health 2030»-Bewegung teilen, ist die Verpflichtung, eine bessere Gesundheit auf individueller und gesellschaftlicher Ebene zu erreichen. Jeder tut, was er kann, um dazu beizutragen – das reicht von gesteigerten präventiven Gesundheitsaktivitäten im Alltag bis hin zur Umsetzung einer besseren Gesundheitspolitik.

Der einzelne Mensch steht bei «Nordic Health 2030» im Vordergrund. Mithilfe von Daten und angemessenem Verhalten soll er sich selber um seine Gesundheit bemühen.

Die Bewegung stützt sich auf drei Prinzipien, die darauf abzielen, eine personalisierte und präventive Gesundheitsversorgung für alle zu verwirklichen:

Nordic Health Model sustainable-health-model_1.pdf

Neuer Gesellschaftsvertrag: Jeder soll seinen Beitrag leisten, niemand zurückgelassen werden. Die Verantwortung tragen alle gemeinsam. «Nordic Health 2030» will eine Graswurzelbewegung auslösen, die präventive Gesundheit fördert. Zudem will die Initiative über präventive Massnahmen zur Wahrung der Gesundheit informieren, um den langfristigen Wohlstand der nordischen Bevölkerung zu sichern. Jede und jeder einzelne soll ihr, bzw. sein eigene «Point of Care» werden. Die BürgerInnen sollen sich also intensiv um ihre eigene Gesundheit bemühen und dafür auch belohnt werden. Diejenigen, die Hilfe benötigen, erhalten Unterstützung.

Neue Datenmodelle: Die sinnvolle Erfassung und Auswertung von gesundheitsbezogenen Daten soll in Echtzeit geschehen. Es müssen Dateninfrastrukturen geschafft werden, die die präventive Gesundheitsförderung erleichtern. Die BürgerInnen und Institutionen sollen für ihre Teilnahme an Datenerhebungen angemessen belohnt werden, wobei die Vertraulichkeit von Gesundheitsdaten gewahrt bleiben muss.

Neue Geschäftsmodelle: Alle Organisationen, die Gesundheitsleistungen erbringen, sollten Anreize und Belohnungen für präventive Leistungen für den Einzelnen erhalten. Präventive Gesundheitsdienste müssen neu ausgerichtet und gestaltet werden. Systeme müssen gefördert werden, die den Einzelnen als «Point of Care» befähigen. Die Anbieter von präventiven Gesundheitsdiensten müssen angemessen belohnt werden, und gleichzeitig müssen Anreize für diejenigen geschaffen werden, die eine hochwertige Krankenversorgung anbieten.

Erklärtes Ziel der Initiative ist eine Verschiebung der Kosten für Behandlung und Prävention. Bis 2030 sollen die nordischen Länder fünf Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Krankheitsbehandlung ausgeben, und fünf Prozent für Prävention. 2017 lagen diese Werte noch bei 9.8 Prozent bzw. 0.3 Prozent. In Kürze sollen erste realisierte Projekte vorgestellt werden.

Rituale Keyvisual

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