Damiano Cerrone: «Vermeiden Sie das Smart-City-Paradox!»
Öffentliche Räume sind essentiell für die BewohnerInnen einer Stadt und müssen clever gestaltet werden. Doch wie ist das nach der Pandemie umsetzbar? Wie smartes Stadtdesign mit Hilfe von Daten funktioniert, erklärt ein Forscher aus Finnland hier in einem Video. 

Städte sind heute die eigentlichen Machtzentren, nicht Länder. Von ihnen und ihren BewohnerInnen geht der gesellschaftliche Wandel aus. Bürgermeister können schneller, innovativer und autonomer handeln als Präsidentinnen oder Bundeskanzler.

Das weiss auch Damiano Cerrone, Berater bei Demos Helsinki, einem unabhängigen Think Tank für den Aufbau nachhaltiger und gerechter postindustrieller Gesellschaften. Cerrones Forschung stützt sich auf digitale Fussabdrücke, um mit ihrer Hilfe neue städtebauliche Lösungen zu finden. Das Ziel: Die Innenstädte auf die Bedürfnisse des heutigen Lebens ausrichten.

Städte stünden heute vor neuen Herausforderungen, sagt Cerrone. Bei vielen von ihnen ginge es darum, Kernwerte wie eine gute Infrastruktur zu erhalten und gleichzeitig die Herausforderung der 1,5-Grad-Erderwärmung zu bewältigen. «Stadtplanung muss oft diese zwei Pole ausbalancieren: Liegt viel Macht bei der Infrastruktur, sind die Nachhaltigkeitsziele schwer zu erreichen.» In superdigitalen Städten sei es hingegen schwer, das Humankapital zu entwickeln. Strassen versus Internet, sozusagen.

Die Lösung sei die Essenz aus Datensammlung und daran angelehnter Infrastrukturplanung: «Wir müssen einen neuen öffentlichen Raum schaffen, der offen und demokratisch ist, damit wir vorhandene digitale Technologien nutzen können, um zusammenzukommen und unsere Probleme zu lösen.»

Jedoch gibt er zu bedenken: «Vermeiden Sie das Smart-City-Paradox!» Mehr Daten würden nicht zwangsläufig zu besserer Stadtpolitik führen. Es spiele keine Rolle, wieviele Daten eine Stadt sammle, wenn sie für ihre BewohnerInnen nicht relevant seien. So interessiere es die Leute nicht, welches Unternehmen wo eine Niederlassung registriert habe und wie gross diese sei. Es interessiere sie aber, wo in der Stadt sich gerade Freunde aufhalten. Cerrones Tipp: «Ernten Sie Daten von Tech-Giganten wie Foursquare oder Facebook, und bringen Sie sie mit den Daten der Stadt zusammen.»

Wie Städte mit Hilfe von Daten für das Leben von heute nachgerüstet werden können, zeigt Cerrone hier im Video:

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